Der Prix Zonta Suisse 2025

Der Prix Zonta Suisse 2025 von Zonta Schweiz und Liechtenstein ging dieses Jahr an Prof. Zoë Holmes, Assistenzprofessorin für Physik an der EPFL und Leiterin des Laboratory of Quantum Information and Computation. Der mit 30’000 Franken dotierte Preis wurde am 7. November 2025 im Forum Rolex der EPFL verliehen und zeichnet eine junge Wissenschaftlerin aus, die ihre Disziplin in rasantem Tempo mitprägt.
Eine Laufbahn zwischen Physik, Philosophie und Quantenbits
Zoë Holmes wurde noch vor ihrem 30. Geburtstag als Tenure-Track-Assistenzprofessorin berufen. Eine beeindruckende Karriere, die sie selbst gerne als „eher zufällig als geplant“ beschreibt. Nach einem Masterabschluss in Physik und Philosophie in Oxford promovierte sie am Imperial College London.

Der entscheidende Funke sprang während einer Summer School am Los Alamos National Laboratory über: Dort entdeckte sie die Quanteninformatik – „spannend, voller Zusammenarbeit und mit realistischen Anwendungsperspektiven“. Es folgte ein Postdoc in Los Alamos, bevor sie 2021 von der EPFL berufen wurde.
Anna Fontcuberta i Morral, Präsidentin der EPFL und Patin dieser Prix-Zonta-Ausgabe, würdigte Zoë Holmes als herausragende Wissenschaftlerin, die verschiedene naturwissenschaftliche Disziplinen auf innovative Weise miteinander verbindet.
Wissenschaft als Teamsport – und als Gemeinschaftsprojekt
In ihrem Labor erforscht Zoë Holmes die Schnittstellen von Quantenphysik, Thermodynamik und Quanten-Maschinenlernen. Ihre Arbeit lebt von einer Kombination aus Rechenmethoden, klassischer „Papier-und-Bleistift“-Analyse und lebhaften Diskussionen am schwarzen Brett.
Das Bild des genialen Einzelgängers in der Wissenschaft hält sie für überholt: «Es gibt Menschen, die so arbeiten, aber das ist nicht die einzige Art, Wissenschaft zu machen. Meine Art ist es sicher nicht. Viele Frauen sind, wie ich, stärker in einer kollaborativen, sozialen Forschungskultur.»
Auch Vielfalt ist ihr ein grosses Anliegen, nicht nur in Bezug auf Geschlecht, sondern auch auf soziale Herkunft. Dass beide ihrer Eltern studiert haben, habe ihr den Weg zur akademischen Laufbahn erleichtert, sagt sie. Heute ist sie sich sehr bewusst, wie vielen jungen Menschen dieser Zugang fehlt.
Drei Ideen für 30’000 Franken
Den Prix Zonta versteht Zoë Holmes ausdrücklich als Auszeichnung für ihr Team. Ein Teil des Preisgeldes soll daher in eine gemeinsame Forschungsretreat fliessen – eine Woche in einer kleinen Villa, um in entspannter Atmosphäre neue Ideen zu entwickeln.
Zweite Idee: ein Workshop mit Kolleg:innen aus ihrem internationalen Netzwerk, um die Community rund um Quanteninformatik noch enger zu vernetzen.
Und drittens möchte sie Jugendliche aus nicht-akademischen Familien unterstützen – etwa durch einen Workshop für 17- bis 18-Jährige, die überlegen, ob und wie sie ein Studium aufnehmen könnten.
Ein starkes Zeichen für mehr Frauen in der Wissenschaft

Mit der Auszeichnung von Zoë Holmes setzt Zonta Schweiz Liechtenstein ein starkes Zeichen – für Spitzenforschung, gelebte Zusammenarbeit und eine Wissenschaft, in der mehr Frauen selbstverständlich an der Spitze stehen.

